Tumblr-User im Blickpunkt: Katharina Jach
Katharina ist eine 25-jährige in Hamburg ansässige Werbetexterin. Schon als Jugendliche wollte sie unbedingt Schriftstellerin werden, auch wenn sie noch nicht genau wusste, wie. Ihr Blog Lieber Literatur als Langeweile soll dabei helfen und war anfangs ein Portfolio für ihre Kurzprosa gedacht. Inzwischen ist aber sehr viel mehr draus geworden.
Wie hat Microblogging die Literatur-Landschaft deiner Meinung nach verändert?
Früher verstand man den Schriftsteller als eine Art Gott, der einen eigenen, fiktionalen Kosmos beherrscht. Mit dem Netz gerät dieses Selbstverständnis ins Wanken. Heute hat man die Chance, seine Gedanken mit anderen Medien und auf anderen Kanälen zu verbreiten und gemeinsam mit anderen an einer kreativen Vision zu arbeiten. Bloggen ist dabei nur eine von vielen Methoden, wobei ich sie für die spannendste halte.
Es gibt schon einige relativ junge deutsche User, die Tumblr als Schreibplattform nutzen. Kann man da schon von einer kreativen Gemeinschaft sprechen?
Als Autorin lese ich natürlich besonders gern die Blogs anderer Autoren. Ihre Gedanken regen mich am meisten an und helfen mir bei der Arbeit an neuen Texten. Das ist ja der große Vorteil des Internets: es erlaubt uns Gedanken zu teilen und Ideen zu entwickeln, auf die ein Einzelner wohl möglich nicht gekommen wäre. Insofern kann man wohl schon von einer Art Ideen-Gemeinschaft sprechen. Diese ist allerdings oft sehr anonym und flüchtig. Ich persönlich wünsche mir noch direkteren Kontakt und stärkere Verknüpfungen.
Was möchtest du mit Lieber Literatur als Langeweile erreichen?
In erster Linie begleitet das Blog meine persönliche und schriftstellerische Entwicklung. Hier habe ich einen Ort der Inspiration und Reflektion. Später sollen die Erkenntnisse , die ich mit seiner Hilfe gesammelt habe, in einen Roman einfließen. Und natürlich freue ich mich riesig, wenn ich Menschen berühren kann: seien es Leser, Autoren oder - davon träume ich natürlich - ein Verlagshaus.